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Essen, 07.06.2005

Juryentscheidung: Stellwerk Zollverein e.V. lädt einen Künstler aus Japan ein



Der Weg ist das Ziel

Am 29. Juni bezieht ein neuer Stipendiat das ehemalige Stellwerk auf Schacht 4/5/11. Fünf Monate lang wird der japanische Foto- und Installationskünstler Tatsuya Higuchi (32) dort leben und arbeiten.


„Import-Export - Blickwechsel zwischen Deutschland und Japan“, so lautet das Thema der zweiten Ausschreibung des Stellwerk Zollverein e.V. für ein internationales Atelierstipendium. Die im Förderverein engagierten Unternehmer vom Triple Z wollen diesmal mehr über zeitgenössische Kunst in Japan erfahren. Dass es gerade aus deutscher Sicht viele Gemeinsamkeiten mit der traditionsreichen Kulturnation in Fernost gibt, die nach Kriegsende den rasanten Aufstieg zu einer führenden modernen Wirtschaftsmacht vollzog, bestätigt der frisch erkorene Stipendiat in seinem Bewerbungstext: „Wenn die kulturellen Unterschiede zwischen der ostasiatischen und der westlichen Welt groß sein sollten, so fand ich die Menschen, die in der Gegenwart leben und denken, nicht so wesentlich anders als mich selbst.“

Bis zum 30. November wird der Künstler aus Yokohama im Stellwerk an der Katernberger Straße wohnen und sein Atelier für interessierte Besucher öffnen. Sein Projektvorhaben trägt den Titel „Gewöhnlicher Weg der Frau.../ des Herrn...“. Er will damit Gedanken und Erinnerungen thematisieren, die unterschiedliche Menschen aus Essen mit bestimmten, alltäglich in ihrer Heimatstadt zurückgelegten Wegstrecken verbinden. Higuchis Arbeit soll auf Bewohnerinterviews basieren, durch die er eine Anzahl von Wegen und damit verbundener persönlicher Geschichten ermitteln will. Als Resultat entsteht eine Fotoserie, die abschließend in einer Ausstellung gezeigt werden soll.

Nach internationaler Ausschreibung sichtete die geladene Fachjury am 10. Mai die Bewerbungen auf dem Triple Z. Zwei Künstler mit guten Kontakten nach Japan waren dabei: Stefan Pietryga aus Potsdam, der auf Zollverein sein Atelier hat, sowie Christoph Platz aus Bochum. Ulrich Ströher, Sammler und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, Roger Schimanski von der Galerie Heimeshoff in Essen und Andreas Dunkel vom Stellwerk Zollverein e.V. vervollständigten die Jurybesetzung. Die Entscheidung fiel klar zugunsten Tatsuya Higuchis aus. Seine Bewerbung überzeugte durch die künstlerisch professionellen, dabei originellen und poetischen Arbeitsproben. Spuren japanisch-buddhistischer Spiritualität erkannten die Juroren ebenso wie die Offenheit des Künstlers, das vor Ort vorgefundene Umfeld in den Werkprozess mit einzubringen. Durch die erneute Auswahl eines prozess- und ortsbezogen arbeitenden Konzept-Fotografen entsteht eine erkennbare Kontinuität zu dem vorangegangen Projekt der ersten Stellwerk-Stipendiatin Laura Ribero.

Kontaktadresse:
Stellwerk Zollverein e.V., Katernberger Str. 107, 45327 Essen, Tel. 0201-88 72 111, info@stellwerk-zollverein.de, www.stellwerk-zollverein.de

Ansprechpartner für die Presse:
Andreas Dunkel, Wittener Str. 219, 44803 Bochum, Tel. 0172-93 23 842, andreas.dunkel@gmx.com

Bildergalerie

Jurysitzung am 10.05.05
 

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